| Zürcher Oberland | ||||
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Das Zürcher Oberland, in der Südostecke des Zürichbietes gelegen, nimmt rund einen Viertel des Kantonsgebietes ein und umfasst die Bezirke Hinwil, Pfäffikon und Uster. Allerlei
Wissenswertes über die einzelnen Gemeinden des Zürcher Oberlands erhält
man auf der Internetseite Rindviecher, Autos und der teuerste Boden Das Statistische Jahrbuch 1998 des Kantons Zürich zeigt auch die
Besonderheiten im Oberland auf Bezirk Uster wächst und wächst Das Jahr 1997 hat dem Oberland, insbesondere dem Bezirk Uster, einen grossen Bevölkerungszuwachs gebracht. Mit 1232 Personen mehr gegenüber dem Vorjahr - auf gesamthaft 100 482 Personen - hat der Bezirk Uster in absoluten Zahlen gar den grössten Sprung aller Bezirke im Kanton Zürich zu verzeichen. Die Zunahmen im Bezirk Hinwil um 429 auf 74 484 und im Bezirk Pfäffikon um 260 Personen auf 48 393 sind dagegen durchschnittlich. Der Bezirk Uster hat seinen Zuwachs grösstenteils dem Geburtensaldo zu verdanken. Mit einem Wert von 635 (Zahl der Geburten minus Todesfälle) wurde hier mit Abstand der höchste Saldo aller Zürcher Bezirke verzeichnet. Illnau-Effretikon und Greifensee gehören zu jenen 17 Gemeinden im Kanton, deren Bevölkerung seit 1980 nicht zugenommen oder gar abgenommen hat. Wangen-Brüttisellen, Schwerzenbach, Fehraltorf, Weisslingen und Hittnau dagegen zu jenen 34 Zürcher Gemeinden, die in den letzten Jahren um über 45 Prozent zulegten. Das Oberland ein Familienland Als familienorientiert erweisen sich im Oberland Mönchaltorf, Seegräben, Weisslingen, Wildberg und Russikon, liegt doch in diesen Gemeinden der Anteil der Einpersonenhaushalte unter 20 Prozent. Dübendorf ist dagegen die einzige Gemeinde in den drei Oberländer Bezirken, die über 30 Prozent Einpersonenhaushalte aufweist. Der Ausländeranteil ist im Bezirk Pfäffikon ausgesprochen niedrig. Am tiefsten - dies gilt auch fürs ganze Oberland - ist er in Kyburg mit nur 3,3 Prozent. Im Bezirk Hinwil schwankt dieser Anteil sehr stark. Das (ehemalige) Industriedorf Wald weist mit 23,4 den höchsten Prozentanteil auf. Dieser Wert wird im Oberland nur noch von Dübendorf leicht übertroffen, wo 23,5 Prozent der Einwohner aus dem Ausland stammen. In Uster wurde fleissig gebaut und gesammelt Das grosse Bevölkerungswachstum hatte auch Auswirkungen auf die Bautätigkeit, so verbuchte der Bezirk Uster mit 800 neuerstellten Wohnungen im Jahr 1997 absolut den grössten Zuwachs aller Zürcher Bezirke. Es zeigt sich auch, dass Bauen im Oberland sehr unterschiedlich teuer ist: Während in Wald 1997 erschlossenes Wohnbauland durchschnittlich für ganze 196 Franken pro Quadratmeter gehandelt wurde, musste in Dübendorf 938 Franken für einen Quadratmeter hingeblättert werden. In den meisten Oberländer Gemeinden kostete ein Quadratmeter zwischen 500 und 600 Franken. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die Sammellust im Oberland 1997 gegenüber dem Vorjahr nachgelassen hat. Wurden im Bezirk Uster 1996 noch 79 Kilo Altpapier pro Einwohner zusammengetragen, war es 1997 ein Kilo weniger. Ein noch grösserer Einbruch wurde im Bezirk Hinwil verzeichnet, wo dieser Wert von 62 auf 59 Kilo sank. Einzig die Pfäffiker vermochten sich um 4 Kilo zu steigern, lagen aber mit 68 Kilo pro Kopf noch immer weit hinter den sammelfreudigen Ustermern. Der kantonale Mittelwert lag bei 72 Kilo pro Kopf. Stark über dem kantonalen Mittel von 7 Kilo gesammeltem Altmetall pro Kopf lagen die Ergebnisse in den drei Oberländer Bezirken, wo 1997 die Pfäffiker 10,9 Kilo sammelten, die Ustermer 11,2 und die Hinwiler gar 11,3 Kilo. Viel Geld fliesst ins Oberland Gesammelt wird aber auch im finanziellen Bereich: So gehörten die Oberländer Gemeinden 1997 mehrheitlich zu jenen, die vom Finanzausgleich im Kanton profitierten. Sternenberg und Fischenthal gehören zu den vier Gemeinden im Kanton, die pro Einwohner über 2000 Franken Steuerkraft- und Steuerfussausgleich bezogen. Wila und Wildberg erhielten immerhin noch zwischen 1000 und 2000 Franken pro Kopf. Insgesamt zehn Oberländer Gemeinden mussten ohne Finanzausgleich auskommen. Ganze drei Gemeinden, Schwerzenbach, Fällanden und Maur, gehörten zur Seite, die in den Topf einzahlen musste, und zwar bis zu 500 Franken pro Einwohner. Schweine-Eldorado in Bezirken Hinwil und Pfäffikon Im Landwirtschaftsbereich förderten die Statistiker ebenfalls Aussergewöhnliches zutage: Mit 642 Nutztierbetrieben lag der Bezirk Hinwil 1996 weit vor allen anderen Bezirken. Auch wenn sich im Bezirk Winterthur noch etwas mehr Rindviecher tummelten, so war im Bezirk Hinwil gesamthaft gesehen doch die grösste Nutztierdichte zu verzeichnen: 16 909 Rindviecher, 721 Pferde, 8958 Schweine - im Bezirk Pfäffikon wurden 5038 Säue gezählt, womit diese beiden Bezirke ein wahres Schweine-Eldorado sind - sowie 2962 Schafe. Am meisten landwirtschaftliche Betriebe im Oberland weist Wald auf. 110 Höfe wurden dort gezählt. Dank ihrer vielen Aussenwachten sind in den Bezirken Uster und Pfäffikon die beiden Städte Uster und Illnau-Effrektion auch jene Orte, in denen die meisten Bauernhöfe zu finden sind, nämlich 83 respektive 82. Motorisiertes Sternenberg Je ländlicher eine Gemeinde, desto mehr Fahrzeuge dürften dort anzutreffen sein. Diese Vermutung wird - mit einigen Ausnahmen - durch die Statistik erhärtet. Rein rechnerisch kämen in Sternenberg auf 1000 Einwohner 1057 Motorfahrzeuge. Effektiv waren es allerdings nur 355 Fahrzeuge auf 355 Einwohner. Wie der statistische Wert von mehr als einem Fahrzeug pro Nase zustande gekommen ist, bleibt mindestens hier schleierhaft. Auf einen ähnlich hohen Wert bringt es mit 1008 Fahrzeugen auf 1000 Einwohner auch Fischenthal. Im Bezirk Uster schwang Maur mit 758 motorbetriebenen Vehikeln pro 1000 Einwohner obenaus. Am meisten auf die eigenen Füsse und den öffentlichen Verkehr zu vertrauen scheint man in Wald, wo «nur» 527 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner gezählt wurden. Steuergünstig und gebildet In den beiden steuergünstigsten Gemeinden des Oberlandes, Fällanden und Maur, finden sich durchschnittlich am meisten Mittelschüler und Studenten. In Maur besuchten 28 von 1000 Einwohnern die Mittelschule - in Fischenthal sind es rechnerisch nur 8 von 1000 Einwohnern -, und Maur stellt auf 1000 Einwohner gleich 24 Studenten, während es in Hittnau und - wieder - Fischenthal nur 3 sind. Im Tösstal dagegen wird dem goldenen Handwerk vertraut, wurden doch in Fischenthal 39 Lehrlinge pro 1000 Einwohner verzeichnet, in Maur dagegen ganze 9. Wie stark sich einzelne Betriebe oder gar ganze Industriequartiere auf eine Pro-Kopf-Statistik auswirken, zeigt sich im Stromverbrauch. Hinwil, Volketswil und Seegräben gehören in die Kategorie jener 19 Gemeinden im Kanton, die mit über 7000 Kilowattstunden Stromverbrauch zu den grössten Energieschluckern gehören. Umgekehrt finden sich aber mit Illnau-Effrektion, Greifensee und Dürnten auch drei sehr sparsame Gemeinden mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von weniger als 4000 kWh. Mit nur 2014 kWh verzeichnete Dürnten gar den geringsten Verbrauch im ganzen Kanton. Geringe Werte und ungewöhnliches Vorgehen Der Nutzwert einiger Statistiken für den Allgemeinverbraucher ist in einigen Bereichen wohl eher tief: Wer kann beispielsweise etwas mit der Angabe anfangen, dass der Basiswert der öffentli- chen Gebäude im Bezirk Pfäffikon mit 121 846 000 Franken im kantonalen Vergleich sehr tief ist. In Sachen Alimentenbevorschussungen lässt sich nach Konsultation der Zahlen immerhin sagen, dass im Bezirk Hinwil offensichtlich eine spezielle Vorgehensweise gewählt wird. Mit fast 41 Franken pro Kopf liegt die Höhe der Auszahlungen deutlich über allen anderen Bezirken, gleichzeitig gelingt es den Hinwilern aber offenbar, mit fast 60 Prozent mit Abstand die grösste Rückerstattungsquote zu erreichen. Häufig Zechprellerei im Bezirk Pfäffikon Bleibt schliesslich ein letztes Gebiet: die Sicherheit. Statistisch gesehen gehörten die drei Oberländer Bezirke 1997 zu den sicheren, wurden hier doch «nur» jeweils zwischen 50 bis 100 Straftaten pro 1000 Einwohner verzeichnet. Besonders beliebt scheint die Veruntreuung im Bezirk Uster gewesen zu sein, wurden doch hier 720 Fälle verzeichnet, noch mehr als in der Stadt Zürich, die sonst in allen anderen Kategorien mit sehr grossem Abstand die Rangliste anführt. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurde dagegen im Bezirk Pfäffikon häufig Zechprellerei betrieben, immerhin wurden von 154 kantonsweit verzeichneten Vorfällen deren sieben im Bezirk Pfäffikon gezählt. Im Bezirk Hinwil wurden aussergewöhnlich viele Sexualdelikte verübt. Gezählt wurden dort 1997 gleich deren 106, womit dieser Bezirk in dieser traurigen Kategorie hinter der Stadt Zürich an zweiter Stelle im Kanton liegt. Statistisches Jahrbuch des Kantons Zürich 1999. Zu beziehen beim Data Shop des Kantons Zürich, Bleicherweg 5, 8090 Zürich. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Parteilose sammeln weniger Altpapier Aus dem statistischen Jahrbuch erfährt man allerhand Skurriles über das Oberland Zugegeben - das statistische Jahrbuch 2000 des Kantons Zürich enthält viel Wissenswertes über die Gemeinden: Die meisten Autos, die wenigsten Rindviecher, der teuerste Boden – nichts bleibt dem Röntgenauge der Statistiker verborgen. Mit etwas Phantasie liest man aber noch viel mehr heraus. Beispielsweise, dass parteilose Gemeinderäte die Altpapiersammelwut bremsen und die Wahlbeteiligung ankurbeln. Im Bezirk Pfäffikon scheinen die Stimmbürger etwas parteienmüde zu sein. An den Gemeinderatswahlen 1998 wurden nur gerade in Pfäffikon und Illnau-Effretikon mehr oder weniger überzeugte Parteimitglieder gewählt, in den restlichen zehn Gemeinden war mindestens ein Mitglied der Exekutive parteilos. Wenig Altpapier und . Am parteienfeindlichsten scheint man dabei in der 351-Seelen-Gemeinde Sternenberg zu sein: Hier setzt sich der fünfköpfige Gemeinderat aus lauter Parteilosen zusammen. Nicht ganz so konsequent wie in der höchstgelegenen Oberländer Gemeinde ist man in Wildberg (930 Einwohner) und Kyburg (395). Von den je fünf Exekutivmitgliedern gehört immerhin je ein Gemeinderat der SVP an, die anderen hohen Herren und Damen kommen ohne Parteibuch aus. Besonnene Gemüter könnten jetzt einwenden, dass die hohe Zahl von Parteilosen mit dem Fehlen von Ortsparteien in den kleinen Dörfern zusammenhängen könnte, bei einem Blick in die Statistik kann man sich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass auch der hohe Wähleranteil in den drei Gemeinden und die geringe Menge gesammelten Altpapiers einen Einfluss haben könnten (oder ist es umgekehrt?). Je höher die Anzahl der Parteilosen im Gemeinderat desto höher war nämlich auch die Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen 1998 und desto tiefer die Menge des Altpapiers: Sternenberg, mit 48 Kilo gesammelten Altpapiers pro Kopf, Wildberg mit 53 und Kyburg mit 54 Kilo lagen 1998 am Ende der Oberländer Altpapierstatistik. An mangelndem Sammeleifer übertroffen werden diese drei Dörfer nur noch von Fischenthal, wo pro Kopf 42 Kilo alte Zeitungen zusammengetragen werden, und Fehraltorf (43 Kilo). Rechnet man den Durchschnitt der zusammengetragenen Altpapiermenge nach Bezirken aus, schwingt Uster mit 80,2 Kilogramm pro Einwohner obenaus, während in den Bezirken Hinwil mit 64 und Pfäffikon mit 65 Kilogramm entweder weniger Zeitungsleser leben oder weniger fleissig gesammelt wird. . gute Wahlbeteiligung Wieder wettgemacht wird der Altpapiermakel der drei kleinsten Oberländer Gemeinden durch die ausserordentlich hohe Wahlbeteiligung im Jahr 1998 (bei den Kantonsratswahlen 1999 war die Euphorie etwas gebremst): In Kyburg und Wildberg schritten stolze 74 Prozent aller Wahlberechtigten zur Urne (Oberländer Rekordhoch), während die Sternenberger mit einer Wahlbeteiligung von 57 Prozent immer noch deutlich über dem Durchschnitt liegen. Die faulsten oder desinteressiertesten Wähler wohnen in Wangen-Brüttisellen, wo die Gemeinderatswahlen nur gerade einen Viertel der Wahlberechtigten aus der warmen Stube zu locken vermochten, und auch bei den Kantonsratswahlen erzielte die Gemeinde mit 31,6 Prozent Beteiligung das Rekordtief. Fährt man mit der Statistik-Ausbeinelei weiter und blättert im Jahrbuch bis auf Seite 39, wird einem schlagartig klar, weshalb im Bezirk Uster pro Kopf gut 16 Kilogramm Altpapier mehr gesammelt werden als im Bezirk Hinwil: Der Gemeinde Hinwil wird von den Statistikern nämlich die Ehre zuteil, neben Zürich und Winterthur das einzige Zentrum zu sein, während die Stadt Uster nur eine Arbeitsplatzgemeinde ist. Ein Zentrum definiert sich laut Statistik durch mindestens 5000 Einwohner und «die zentralen Funktionen, das es in ökonomischer und kultureller Hinsicht für eine Region erfüllt», während eine Arbeitsplatzgemeinde «im Vergleich zur Wohngemeinde eine grosse Zahl von Arbeitsplätzen anbietet, die zu einem beträchtlichen Teil von auswärts wohnenden Erwerbstätigen besetzt sind». Bei diesem Mangel an kulturellen Angeboten und Zentrumsfunktionen in der Bezirkshauptstadt bleibt den Ustermern ja gar nichts anderes übrig, als sich mit Papiersammeln zu vergnügen . Das Problem mit den Burgern Ob diese Lesart des Jahrbuchs genaueren Überprüfungen standhält, bleibe dahingestellt, dass Statistiken aber wirklich ihre Tücken haben, bewies anschaulich eine vor ein paar Jahren erschienene Untersuchung über die häufigsten Todesursachen in den USA. In den Mägen von drei Vierteln aller obduzierten Leichen fanden die Mediziner nämlich Überreste von Hamburgern. Schlussfolgerung: Hamburger sind absolut tödlich! Statistisches Jahrbuch des Kantons Zürich 2000. Zu beziehen beim Data Shop des Kantons Zürich, Bleicherweg 5, 8090 Zürich. |
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